Chronologie – der größte „Irrtum“ aller Zeiten (Anhang und Quellen)

   zu Teil 1

Anhang I

Einige Notizen zu Katastrophendaten der europäischen Geschichte

Kleine Eiszeit und Hungersnot

Im 14. Jahrhundert wird von einer „kleinen Eiszeit“ berichtet.

In der ersten Hälfte des 14. Jhs. treten Hungersnöte in Deutschland wie in Europa allgemein häufig auf. Schwere Hungersnot herrscht zwischen 1315 und 1317.

Es wird von langen, harten Wintern und heißen Sommern berichtet, in denen das Land verdorrte.

Heuschrecken

Dann kamen die Heuschreckenschwärme. Sie überfielen Süddeutschland lt. einer Biografie Karl IV. im Jahre 1338 in Schwärmen von ungeheurem Ausmaß. Laut einer anderen Aussage habe die Heuschreckenplage von 1350 – 1364 angedauert.

Im Jahre 1339 erschienen ungeheuere Schwärme von Heuschrecken in Ungarn, Österreich, Bayern, Schwaben und Franken und flogen bis an den Rhein. Sie flogen so dicht, dass sie die Sonne verfinsterten, verzehrten alle Weiden, Blüten und Früchte, und waren durch kein Mittel zu vertilgen. Hierauf entstand eine große Teuerung und Pestseuche. So berichtet uns Lorenz Fries in seiner „Würzburgischen Chronik“ (1546) über den Heuschreckeneinfall ins Frankenland.

Die Magdalenflut

Es folgt 1342 die Magdalenenflut, eine Jahrtausendflut:

Mit dem unglaublich genauen Datum vom „21. Juli 1342“ wird von einer verheerenden Flut erzählt, welche Mitteleuropa, im Besonderen das Rhein- und Main-Gebiet heimgesucht habe. Städte wie Würzburg und Frankfurt seien vollständig überschwemmt worden. In Köln habe man mit Booten über die Krone der Stadtmauer rudern können. [Pfister]

In Nürnberg reichten die Fluten der Pegnitz bis zum Rathaus, in Frankfurt bis zur Bartholomäuskirche, in Limburg an der Lahn konnte man mit Booten die Stadt durchqueren, in Würzburg überschritt der Main die Zehn-Meter-Marke, in Kassel standen Alt- und Neustadt unter Wasser – Pegelstände, die seitdem nicht mehr erreicht wurden.

St. Leonhard war angefüllt mit Wasser bis zur Spitze oder gewölbtem Dach […], die der Caemeliter und Betreuenden hatte 7 Fuss, die Kirche des St. Bartholomäus 3 Fuss Wasserhöhe.“ (Latomus Acta).

„[…] vernichtete die Überschwemmung gewissermassen aller grossen Flüsse von ganz Europa und der kleinen Nebenflüsse Ortschaften, Menschen, Bäume, Äcker, Wiesen von Grund aus und trugen sie an den unteren Lauf fort.“ (Johannes von Viktring) http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-06/hochwasser-magdalenenflut

Pest

Ab 1348 verbreitet sich die Pest, angeblich von China kommend, in Europa. In Norwegen stirbt 2/3 der Bevölkerung an der Pest. Die Höfe im Hochland liegen verödet da. Europa ist zum grossen Teil entvölkert.

Besonders schlimm erwischte es den westlichen Küstenstreifen in Schleswig-Holstein. Hier waren die Menschen in den Jahren zuvor schon durch Missernten und Viehseuchen auf eine schwere Probe gestellt worden. Dazu kam eine schreckliche Pestepidemie im Jahre 1350, die rund drei Viertel der Bevölkerung dahin gerafft haben soll.
Judenprogrome

Gleichzeitig, beginnend mit der Pestepedemie, kommt es an vielen Orten zu Progromen an Juden.

Verheerende Erdbeben

Christoph Pfister schreibt:

Das Erdbeben von Basel „1356“ scheint in der Geschichtsliteratur
das folgenreichste Naturereignis dieser Art in Mitteleuropa gewesen
zu sein. Damals soll die Stadt am Rheinknie und ein großen Umkreis
vollständig zerstört worden sein.

Zehn Kilometer östlich von Basel lag die Römerstadt Augusta Raurica
(Augst). Nach neuen archäologischen Erkenntnissen wurde dieser
Ort durch ein Erdbeben zerstört. – Umgeworfene Säulentrommeln,
die in aufgereihter Ordnung entdeckt wurden, weisen darauf
hin. [Pfister]

[Ammanius (330-395 oder 400) berichtet von einem Tsunami, der am 21. Juli 365 die Küsten des östlichen Mittelmeers heimsuchte. Der Grund, warum der Bericht an dieser Stelle steht, ist, dass ich momentan nicht ausschließen möchte, dass manche Ereignisse 1000 Jahre verschoben wurden. Dann wäre 365 =1365. C.B.]

Auf http://www.hist-chron.com/Zillmer/Kolumbus-Letzter/D/001c-katastrophen-nach-eiszeit.html wird folgendes Szenario nach Hans-Joachim Zillmer’s Buch ‚Kolumbus kam als Letzter‘ entworfen:

ab 1340 ca.: Totale Katastrophe in Europa
Europa wird durch Naturkatastrophen in Schutt und Asche gelegt (S.118, 81) mit Erdbeben und Sturmfluten. Die Antike liegt in Trümmern (S.118,82). Die Antike hört damit schlagartig auf (S.125), auch Rom liegt in Trümmern (S.81). Auch Mittel- und Nordeuropa liegen in Ruinen und müssen neu aufgebaut werden (S.82).

Die große Manntränke oder zweite Marcellusflut

[…] 1362: Sturmflut an der Nordsee mit grossen Zerstörungen an Siedlungen und Land
(S.125,337) [web21] In der großen Manntränke ging zuerst die englische Stadt Dunwich unter und dann große Teile von Friesland verloren. Auf der Karte (s.u.) von 1362 ist Sylt noch keine alleinstehende Insel.

Drei Tage lang wütete die Katastrophe, die offiziell Marcellusflut genannt wird,  die Flutwellen überragten die damaligen Deiche um mehr als zweieinhalb Meter. Hunderte der Holzbollwerke brachen von Dänemark bis Holland. Die Chroniken sprechen von rund 100.000 Toten eine Zahl, die heute häufig als übertrieben bezeichnet wird. Die sagenhafte Stadt Runghold geht unter, große Teile Frieslands werden dem Meer anheim gegeben.

Gibt es einen 1500-Jahrzyklus?

Zillmer geht von einem 1500-Jahreszyklus aus, in welchem die Erde immer wieder Klimaschwankungen durchläuft, wie die welche zu Warmzeiten und Kaltzeiten in der Geschichte geführt haben.

Das Ende des „Exils“ in Avignon

1377 gibt der Papst angeblich sein Exil in Avignon auf und kehrt nach Rom zurück. Kammeier vermutet aber, dass das Papsttum vorher nie in Rom war. Die großen Katastrophen und ein Schisma scheinen miteinander verbunden.

In der kleinen Schweizer Chronik des Johannes Stumpf findet sich
unter der Jahrzahl 1530 die Mitteilung von einem Meeresüberlauf in
Rom: Ein Anschwellen des Meeres hätte einen Rückstau des Tibers
und damit eine katastrophale Überschwemmung Roms verursacht. [Christoph Pfister, Die Matrix der alten Geschichte, 2013, BoD S. 126]

Rom zwischen 1748 und 1778 – hatten wir uns das so vorgestellt?

Das „Campo Vaccino“ in Rom auf einer großformatigen Radierung von Giovanni Battista Piranesi. Das Blatt ist Teil des Radierzyklus „Vedute di Roma“ (Ansichten von Rom), an dem Piranesi dreißig Jahre lang arbeitete, von 1748 bis zu seinem Tod 1778. Rom lebte damals zum großen Teil auf den halb verschütteten, halb verfallenen Resten seiner antiken Glanzzeit, die Ruinen des Campo Vaccino (Kuhweide) dienten unter anderem als Reservoir an  Baumaterial. (Auch der Petersdom profitierte davon.) Dass sich im Boden das einstige Forum Romanum verbarg, wusste man nicht: Die Gegend rumd um den Titus-Triumphbogen (links, noch halb in der Erde) sieht heute anders aus.
Foto: Kunsthalle Mannheim/Cem Yücetas 
URL dieser Website: http://www.kunstundkosmos.de/Bildende-Kunst/Piranesi-VeduteRoma.html

Anhang II

Entdeckungen, Erfindungen und Gebräuche der Renaissance – offizielle kirchliche und nicht kirchliche Historie

Die Bezeichnung Renaissance wurde übrigens im 19. Jahrhundert geprägt und bringt das Bemühen zeitgenössischer Künstler und Gelehrter zum Ausdruck, die kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike nach dem ausklingenden Mittelalter wieder neu zu beleben. [52]

Da wir nun so gut über einige zweifelhafte Details der Kirchengeschichte Bescheid wissen, sind folgende Angaben mit Vorsicht zu genießen, da die Geschichte möglicherweise in einer Art Übergangszeit zur realen Zeit handelt. Jedenfalls sind die Jahreszahlen und Ereignisse den konventionellen Quellen oder Wikipedia entlehnt.

Bis zum Konzil von Konstanz von 1414 bis 1418 kam es immer wieder zu Streitigkeiten, wer rechtmäßiger Papst war und wer nicht (sogenannte Gegenpäpste). Einer der Ketzer war Jan Hus, der gegen den Ablasshandel mit der Vergebung der Sünden gegen Bargeld sowie die Sittenlosigkeit der römisch-katholischen Kirche wetterte.

Jan Hus wurde auf diesem Konzil, trotz der Zusage freien Geleits von und nach Prag und während des Aufenthaltes in der Stadt Konstanz am Bodensee, nachdem er sich auch nach strengen Verhören und Gefangenschaften geweigert hatte, seine Lehre zu widerrufen, zum Tode verurteilt und am 6. Juli 1415 auf dem Brühl in Konstanz zusammen mit seinen Schriften auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Die Asche wurde in den Rhein geschüttet.

Letztendlich ging es immer wieder um das „Primat“ des Papstes, demgegenüber die Meinung einer Truppe von Kardinalskollegen, Bischöfen und Priestern stand, dass unter bestimmten Bedingungen auch ein Konzil über die Rechtmäßigkeit und Wahrheit zu entscheiden hätten. Diese Streitigkeiten setzten sich auch im Konzil von Basel (1431-1449) fort. Zwar war beschlossen worden, alle 10 Jahre ein Konzil abzuhalten, doch der Papst Eugen IV. kümmerte sich nicht groß darum und ließ es am 18. Dezember 1431 sogar auflösen. Kaiser Sigismund, der gleichzeitig zwischen 1419 und 1434 gegen die Hussiten in Böhmen kämpfte, die einen anfangs höchst erfolgreichen böhmischen Freiheitskampf gegen Papst und König organisieren, übernimmt die Schirmherrschaft über das Konzil in Basel.

Das portugiesische Kolonialreich begann seine Ausdehnung 1415 mit der Eroberung von Ceuta. 1419 wurde Madeira in Besitz genommen. Hier wurden erste Experimente mit afrikanischen Sklaven durchgeführt, doch zu Beginn ging das Geschäft schleppend.

Reliquien, Heilige und der Papst

Nach Petrus Grab wurde schon seit dem 2. Jahrhundert gesucht, ob er zu Lebzeiten jemals in Rom war ist mal wieder umstritten. Doch der Handel mit Reliquien von Heiligen war unbestritten ein einträgliches Geschäft. So einträglich, dass immer mal wieder die Köpfe von Petrus und Paul hervorgeholt wurden (obwohl ja gar nicht klar ist, welchen Kopf man da herumtrug, wenn man doch nicht einmal gesichert wußte, wo das Grab war), um die Bürgerschaft Roms bei der Stange zu halten, wie das folgende Zitat aus heiligenlexikon.de ausführt.
Es gab eine Gelegenheit, bei der Petrus‘ Kopf wieder zu seinem Rumpf gekommen sein könnte. 1241 marschierte Kaiser Friedrich II. nach Rom. Viele Bürger hatten das Papsttum satt und bereiteten sich darauf vor, die Stadttore zu öffnen, um die Invasoren einzulassen. Papst Gregor IX. kam auf den Gedanken, mit den Häuptern der beiden Apostel eine Prozession vom Lateran zur Peterskirche zu veranstalten. Es funktionierte! Den Bürgern Roms wurde klar, dass sie nicht nur ihr Erbe verlieren würden, sondern auch ihre wichtigste Einnahmequelle; sie standen zusammen, um die Gefahr abzuwenden. 1370 ließ Papst Urban V. die Häupter in juwelenbesetzte Silberbüsten fassen. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts stellte es sich heraus, dass dem Reliquar viele Edelsteine fehlten, sie wurden offensichtlich am Festtag Peter und Paul gestohlen, als das Reliquar ausgestellt war. Die Täter wurden gefasst und hingerichtet.

Auch Papst Nikolaus V. greift 1450 gerne mal wieder zu den Köpfen.

Im Heiligen Jahr 1450 pflegte er den Pilgern an jedem Sonnabend die Köpfe von Petrus und Paulus in der Lateranbasilika und an jedem Sonntag das Schweißtuch der Veronika in St. Peter zu zeigen […] [53]

1450 – Joseph Scaliger (-1509), der Vater der modernen Geschichtsschreibung, wird geboren.

1452 – die Kaiserkrönung von Friedrich III. durch Nikolaus V. bezeugen das gestiegene internationale Ansehen des Papsttums. Wenn man sich die Bulle Romanus Pontifex (s.u.) ansieht, dann lässt sich nur vermuten, dass dieses gestiegene Ansehen dem Papst mächtig zu Kopf gestiegen ist.

1453 erobern die Osmanen Konstantinopel. Die Überlebenden wurden mit Ausnahme der Juden und Genuesen deportiert. Diese konnten dank ihrer umsichtigen Haltung während der Belagerung ihren Privatbesitz retten. Das Datum kennzeichnet das Ende des oströmischen Reiches. Einige Flüchtlinge konnten anscheinend wichtige antike Texte retten und brachten diese mit nach Italien, was die Renaissance beflügelt haben soll.

1453 – Im Vatikan organisiert sich zur selben Zeit Widerstand gegen die autokratische Amtsauffassung von Nikolaus V. und es kommt zu einem gescheiterten Aufstand im Vatikan. [54]

Die Aufteilung der Welt

Die Entdeckung der weiten Welt durch Kastilien und Portugal schritt unterdessen unerbittlich voran. Zwischen 1451 und 1454 kämpften Portugal und Kastilien um die Kanarischen Inseln. Am 8. Januar 1454 griff Papst Nikolaus V. mit der Bulle Romanus Pontifex in den Konflikt zwischen den beiden katholischen Mächten ein und sprach den Portugiesen die Eigentumsrechte für die Gebiete von Kap Bojador bis zur Südspitze Afrikas zu, obwohl die Ausdehnung der Gebiete noch unbekannt war. Hierdurch waren die Investitionen für die Entdeckungsfahrten zumindest politisch abgesichert. Die Kanaren blieben in der Hand Kastiliens.

Im Grunde sollte man gegenüber dieser Darstellung kritisch sein. Dass der Papst so mächtig ist, in jener Zeit … wer’s glaubt.

Die Bulle preist die Verdienste Heinrichs des Seefahrers im Kampf gegen die Sarazenen und bei der Ausbreitung des Christentums. In Ergänzung zur Bulle Dum diversas wurde dem portugiesischen König König Alfons V., seinen Nachfolgern und dem Infanten Heinrich das Recht zugesprochen, die Sarazenen, Heiden und anderen Feinde des Christentums zu überfallen, sie auf ewig zu Sklaven zu machen und ihren Besitz zu nehmen. Im Gegenzug sollten in den neuen Kolonien Kirchen und Klöster gebaut werden und Priester die Sakramente spenden dürfen, heißt es bei Wikipedia.

Haben Sie das auch genau gelesen? Der Papst sprach Heinrich dem Seefahrer das Recht zu „Sarazenen, Heiden und anderen Feinde des Christentums zu überfallen, sie auf ewig zu Sklaven zu machen und ihren Besitz zu nehmen„.

Für die Teilnehmer an den Expeditionen gegen die Ungläubigen kündigte Nikolaus V. einen Ablass an, was zu einem gutgehenden Geschäftszweig der Gutenberg´schen Druckerei wird (s.u.). Deutlich wird hier, wie der Papst die Macht des Ablasshandels als Pfand in weltlichen Angelegenheiten einbringt. Fraglich ist, ob es tatsächlich so viele Kreuzzüge gegeben hat, wie überliefert.

König Alfonso V. ließ am 5. Oktober 1455 in der Kathedrale von Lissabon den Vertretern aller ausländischen Handelsgruppen (Franzosen, Engländer, Kastilier, Basken, Flamen) die Bulle verlesen, doch die hielten sich nicht lange daran.

1455 – Alfonso Borgia wird Papst Kalixt III.

Mit Kalixt III. verändert sich das Wesen des Papsttums nach offizieller Geschichte entscheidend. Machtgier, Nepotismus, Mordlust und Kriegsführung der Päpste erreichen einen bislang ungekannten Grad. Im Vergleich dazu dürfte die Fälschung von sieben Jahrhunderten Papstgeschichte (oder gar noch mehr) zur besseren Legitimation des Machtanspruchs fast ein Kavaliersdelikt sein. Ein weiterer Papst aus dem Hause Borgia ist Alexander VI. 1492-1503. [55]

Der Buchdruck

Mindestens ebenso wichtig für den Verlauf der Geschichte wie die Expeditionen ins Unbekannte war die Einführung des Buchdrucks, womit die römische Kirche ihre gewaltige Übermacht bei der Erstellung von schriftlichen Zeugnissen verlor. Um 1450 herum waren Gutenbergs Experimente mit dem Drucken so weit fortgeschritten, heißt es, dass er begann Einblattdrucke und Bücher zu produzieren, darunter die berühmte Gutenberg-Bibel (1452-1454), astronomische Kalender und ein Verkaufsschlager (!) – Ablassbriefe. Das Datum der Einführung des Buchdruckes ist nicht unumstritten.

Ablassbriefe (1454/1455)

Diese Ablassbriefe waren einseitig mit einem formelhaften Text in der Donat-Kalender-Type bedruckt, und die ersten Auflagen erschienen auf Pergament. Nach dem Kauf musste der Gläubige nur noch seinen Namen in das vorgesehene Feld eintragen und ihn bei der nächsten Beichte abgeben. Daraufhin wurden ihm Sündenstrafen erlassen. Die durch den Buchdruck geschaffene Vervielfältigungsmöglichkeit ermöglichte eine hohe Auflage und weite Verbreitung. Ein bis heute erhaltenes Exemplar ist durch eine handschriftliche Notiz auf den 22. Oktober 1454, ein weiteres auf den 26. Januar 1455 datiert. [56]

Die Eroberung der Welt

(1458) – 1500 – Portugal errichtet Handelsposten entlang der gesamten westafrikanischen Küste, der Sklavenhandel beginnt sich zu beleben. Eine Auseinandersetzung zwischen Spanien und Portugal um die kanarischen Inseln eskalierte. Schließlich teilte Papst Alexander VI. die Welt im Vertrag von Tordesillas (1494) in eine östliche, portugiesische Sphäre und in eine westliche für den damaligen Konkurrenten Spanien.

1492 – Kolumbus entdeckt „West-Indien“

1498 – Vasco da Gama, ein Portugiese, erreicht Indien auf dem Seeweg.

1506 – Mit der Grundsteinlegung des Petersdomes am 18. April 1506 sollte die größte und prächtigste Kirche des Erdkreises entstehen.

1509 – Ein schweres Erdbeben erschüttert Konstantinopel. Ein ganzer Stadtteil wurde auch aufgrund der ausbrechenden Brände unbewohnbar.

31. Oktober 1517 – In die Zeit Leo X. fällt der Beginn der Reformation. Um den Bau des Petersdomes und einen neuen Kreuzzug voranzutreiben, fördert er fleissig den Ablasshandel, was Luther aufstößt und ihn zu seinen 95 Thesen vor der Schlosskirche von Wittelsberg bewegt.

In Wikipedia stand ein vielleicht bedeutungsvoller Satz über die Amtszeit von Papst Leo X. und die offizielle Einstellung der Kirche Roms zu den im Vergleich zu Rom unbedeutenderen Gebieten zu lesen.

„Zum einen galt den Römern, die sich gemäß der antiken Tradition, die seit Beginn der Renaissance hoch in Mode stand, noch immer als caput mundi („Haupt der Welt“) sahen, das Heilige Römische Reich respektive Deutschland – wie auch Frankreich – als Land der Barbaren.“

Schon in den 1450er Jahren sah sich der spätere Papst Pius II. in seiner Schrift De ritu, situ, moribus et conditione Germaniae genötigt, die „tumben Hinterwäldler“ zu rügen. Er hielt ihnen vor, ihre blühenden geistigen Landschaften und wirtschaftliches Wohlergehen verdankten sie dem befruchtenden Einfluss Italiens und vor allem Roms, sie hätten sich daher auch einer Kritik an angeblicher finanzieller Ausnutzung oder Verschwendungssucht der Päpste zu enthalten, und sollten ihnen lieber Dank und Ehrfurcht erweisen. [57]

Der nächste Papst, Clemens VII. (1523-1534) hatte nicht geringe Probleme mit Karl V., bzw. einer Söldnerarmee, die sich selbstständig gemacht haben soll, und dann zunächst Florenz belagert und dann Rom eingenommen hatte. Die Geschichte mit den marodierenden Söldnerheeren und fliehenden Päpsten musste bereits schon einmal, im „Mittelalter“, herhalten.

Nach einer mehrwöchigen Belagerung der Engelsburg kapitulierte Papst Clemens VII. am 7. Juni 1527. Er musste die Festungen Ostia, Civitavecchia und Civita Castellana übergeben, auf die Städte Modena, Parma und Piacenza verzichten und 400.000 Dukaten sowie Lösegeld für die Befreiung der Gefangenen zahlen. Am 6. Dezember wurde die belagerte Engelsburg freigegeben und Clemens VII. zog nach Orvieto.

1529 – Im Vertrag von Saragossa vom 22. April 1529 wird der Vertrag von Tordesillas präzisiert, in dem der Papst Clemens VII. die Welt unter Spanien und Portugal aufteilte. Vom amerikanischen Kontinent war der Osten Brasiliens als portugiesische Einflussbereiche vorgesehen. Der Vertrag war im Prinzip bis 1777 in Kraft, wurde aber in vielen Teilen nicht eingehalten.

Der Papst hat in diesem Frühjahr und Sommer viel zu tun. Denn zwei Monate nach Tordesillas, am 29. Juni 1529, schloss Clemens VII. mit Kaiser Karl V. den Frieden von Barcelona. Er erhielt die Herrschaft über den Kirchenstaat zurück und die Medici Florenz.

1529 stehen auch die Türken vor den Toren Wiens.

1538 – Der Almagest, eine Zusammenfassung astronomischer Beobachtungen und (auf einem geozentrischen Weltbild beruhende) Berechnungen, sowie die Usprünge der späteren Trigonometrie, wurde in Basel gedruckt. Im selben Jahr erschien in Nürnberg das Werk „De Revolutionibus“ des Nicolaus Copernicus, das in der Form an den Almagest anknüpfte, und dazu führte, dass das im Almagest dargestellte geozentrische Weltbild durch das kopernikanische heliozentrische abgelöst wurde. Die größten Verfechter des neuen Weltbildes wurden über ein halbes Jahrhundert später Galileo Galilei und Johannes Kepler. Die Keplerschen Gesetze leiteten dann auch die Entwicklung der modernen Astronomie ein.

Zensur und Inquisition

1542 ernannte Paul III. mit der Bulle Licet ab initio sechs Kardinäle zu General-Inquisitoren für die ganze Kirche und schuf damit die römische Inquisition, genauer die Congregatio Romanae et universalis inquisitionis, den Vorgänger der Kongregation für die Glaubenslehre. Grund für diese Zentralisierung war die Tatsache, dass es immer wieder zu unterschiedlichen Auffassungen an den verschiedenen Universitäten gekommen war, welche Bücher verboten werden müssten und welche erlaubt seien. Auch konnte die Kongregation nicht mehr ausschließen, dass sich an den Universitäten reformatorisches Gedankengut ausbreitete. Und nicht zuletzt hatte sich das Buchaufkommen durch die Erfindung des mechanischen Buchdrucks durch Johannes Gutenberg erheblich ausgeweitet. Die Aufgabe der Inquisition war in erster Linie der Kampf gegen den Protestantismus sowie die Ketzer im Allgemeinen. Da Bücher und Druckwerke als wirksame Werkzeuge der Reformation erkannt worden waren, baute die Inquisition ein strukturiertes kirchliches Zensurwesen auf. Wichtigstes Mittel dieser Zensur wurde der erstmals 1559 erschienene Index Librorum Prohibitorum, der fortwährend aktualisiert wurde. [58]

Kirchliche Konzile in Bologna und Trient (1545 – 1562)

Der Kaiser Karl V. drang auf Beschlüsse zu einer wirksamen Kirchenreform, um die Unruhe im Reich beizulegen, während der Papst eine Verurteilung der protestantischen Lehren für vordringlich hielt. Es werde einige wichtige Beschlüsse genannt:

Dekret zur Rechtfertigung Dieses Dekret ist dreistufig aufgebaut, ergänzt wird das Lehrkapitel durch 33 Canones. Der Inhalt ist nahezu identisch, denn die Lehrkapitel bieten hier eine ausführliche Erklärung der Canones.1. Der Sünder kann sich nicht selbst erlösen, er ist von Gottes Gnade abhängig. Der Mensch muss aber aus seinem freien Willen mitwirken. Er muss das Gnadenangebot Gottes annehmen und der Offenbarung Glauben schenken. Er muss Sünde, Furcht, Hoffnung und Liebe erkennen, die Taufe empfangen wollen und ein neues Leben beginnen, denn die Taufe ist hier nicht nur Sündenerlass, sondern zugleich auch Heiligung und Erneuerung des Menschen. Das Besondere hier ist „(…) die Gerechtigkeit Gottes, nicht wie er selbst gerecht ist, sondern wie er uns gerecht macht.“2. Die Rechtfertigungsgnade wächst, wenn der Mensch Gottes Gebote beachtet. Doch auch, wenn der Mensch mit der ersten Rechtfertigung gerecht wurde, so ist er nach wie vor zur Sünde fähig und muss um sein ewiges Heil zittern. Dass er es trotzdem schaffen kann, verdankt er wiederum nur Gottes Gnade.3. Die erlangte Rechtfertigungsgnade kann durch jede schwere Sünde wieder verloren gehen. Ewiges Leben kann aber trotzdem noch erlangt werden, wenn man Buße tut.

Dekret über das Sakrament der Buße Die Buße geschieht im Rahmen des Gedächtnisses an die eigene Taufe. Sie besteht aus Reue (contritio), Beichte (confessio) und Genugtuung (satisfactio). Außerdem forderten die Konzilsväter, dass alle schweren Sünden seit der Taufe gebeichtet werden müssen. Die priesterliche Absolution nach der Buße galt als richterlicher Akt.

1559 – Der index librorum purgandorum, der Index der von der Kirche verbotenen Bücher wird erstmals veröffentlicht.

1562Dekret über die Auswahl der Bücher Der römische Index von Paul IV. sollte revidiert werden, dazu wurde eine Deputation gebildet. Autoren, die von dem Index betroffen waren, hatten die Gelegenheit, sich vor dem Konzil zu verteidigen.

Die englische Kirche spaltet sich von Rom ab.

Anhang III

Weitere Quellen:

Die Jahrhunderte sind wahrscheinlich nicht verschwunden, wie einige Theorien vermuten und was Prof. Herrmann im Video oben anhand astronomischer Daten womöglich widerlegt, dafür wurde die Geschichte von ein paar Jahrhunderten gefälscht (lt. Kammeier u.a.). Doch lassen sich die Daten wohl auch anders interpretieren.

Literatur

  • Borchardt, Karl (1988): Die Würzburger Inschriften bis 1525 / bearb. von Karl Borchardt. Auf d. Grundlage d. Nachlasses von Theodor Kramer. Unter Mitarb. von Franz Xaver Herrmann. Geleitw. von Peter Herde. – Wiesbaden : Reichert, 1988. – XXVII, 278, XLIV S. : Ill., Kt.; (dt.) Die deutschen Inschriften ; 27 : Münchner Reihe ; 7
  • Eckert, Hermann (1935): Die deutschen Inschriften in Baden vor dem Dreissigjährigen Krieg / von Hermann Eckert. – Bühl-Baden : Konkordia, 1935. – 115 S. : Ill.; (dt.) Bausteine zur Volkskunde und Religionswissenschaft ; 10, Zugl.: Heidelberg, Univ., Diss., 1935
  • Davidson, Ralf (1998): „Evidenz und Konstruktion“, Utopia Boulevard Hb. 1998
  • Deißmann, Marieluise (1990): “Daten zur antiken Chronologie und Geschichte“, Stuttgart 1990
  • Haug, K. Walter (2001): „Die Fälschung der Papstliste“ in: Efodon-Synesis 2/2001 (Hohenpeißenberg)
  • Haug, K. Walter (2001): „Ursache für die Fälschung der mittelalterlichen Zeitrechnung gefunden“, Efodon Synesis 2/2001
  • Haug, K. Walter (2003): „Die Entdeckung eines keltisch-megalithischen Drachenaltars im östlichen Kraichgau“, Efodon Synesis 6/2003
  • Haug, K. Walter (2003): „Die Entdeckung deutscher Pyramiden – Sensationelle Megalith-Ruinen einer versunkenen Hochkultur im Mittelgebirge“, Cernnunos-Verlag Walzbachtal 2003, ISBN 3-00-007639-5
  • Fomenko, Anatolij (1994): „Emperico-Statistical Analysis of Narrative Material…“, Bd. 1 + 2, Kluwer Academic Publishers, Dordrecht 1994
  • Ifrah, Georges (1986): „Universalgeschichte der Zahlen“. Campus Verlag, Ffm., New York
  • Illig, Heribert (1995): „Fomenko – der große statistische Wurf?“, Zeitensprünge 2/95
  • Illig, Heribert (1995): „Wer hat an der Uhr gedreht?“, Ullstein, 7. Auflage 2009
  • Johnson, Edwin (1887): „Antiqua Mater, A Study of Christian Origins“, Trübner & Co., London 1887
  • Kammeier, Wilhelm (1935): „Die Fälschung der deutschen Geschichte“, Leipzig 1935
  • Kammeier, Wilhelm (1937) „Rätsel Rom im Mittelalter“, Leipzig 1937
  • Kammeier, Wilhelm (1938): „Dogmenchristentum und Geschichtsfälschung“, Leipzig 1938
  • Pfister, Christoph (2001): „Der antike Berner Bär“, Dillum Verlag 2001,
  • Topper, Uwe (1998): „Die große Aktion“, Grabert Verlag Tübingen 1998
  • Topper, Uwe (1999): „Erfundene Geschichte“, Herbig Verlag München 1999
  • Topper, Uwe (2001): „Fälschungen der Geschichte“, Herbig Verlag 2001
  • Topper, Uwe (2003): „Zeitfälschung“, Herbig Verlag 2003
  • Topper, Uwe (2006): Kalendersprung (Tübingen)
  • Ronald Starke „Niemand hat an der Uhr gedreht – Die Phantomzeittheorie auf dem Prüfstand“ http://www.differenz-verlag.de/starke-illig/BuchNeu2013Mai21.pdf
  • PROFESSOR ROBERT R. NEWTON AND ”THE CRIME OF CLAUDIUS PTOLEMY” © CarlOlof Jonsson, Göteborg, Sweden, 2000 http://www.607v587.com/webpage%2010.htm
  • Wilhelm Kammeier – Die Fälschung der deutschen Geschichte Bd.I und II. sind als Audio-Dateien vorhanden. https://archive.org/details/1935-WilhelmKammeier-DieFaelschungDerDeutschenGeschichte-bandI
  • Die Phantomzeitthese von Fabian Fritsche erklärt die Phantomzeit von Illig http://www.chrono-rekonstruktion.de/?tag=phantomzeit
  • https://www.wolfgang-waldner.com/nachforschungen/erfindung-des-christentums/

Anhang IV

Unsere jetzige Chronologiekritik setzt nicht mehr dort an, wo man Pharaonen verschieben könnte oder das Geburtsdatum Jesu um sieben Jahre vorverlegt, wie so gerne diskutiert wurde, sondern grundsätzlich bei der Frage: Was ist geschehen, daß wir keine chronologischen Aufzeichnungen und keine feste Vorstellung von der abgelaufenen Zeit haben? Warum muß die Geschichte vor 1500 n. Chr. so mühsam rekonstruiert werden und warum enthält die Rekonstruktion so große Fehler? [http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/das-christentum-entstand-nach-1350/]

Die Lücken in der Stadtentwicklung am Beispiel Mainz

Bis Karl kam, hört man nicht viel von Mainz, aber von da ab, gewinnt Mainz lt. offizieller Geschichte schlagartig an Bedeutung, es soll Belege geben, dass Karl die Stadt besucht hat, die ich bisher nicht untersuchen konnte. Unbestreitbar ist, von dieser offiziellen Geschichte Mainz‘ gibt es jede Menge, doch läßt sie sich auch durch Bauwerke zweifelsfrei beweisen? Nicht alles kann gefälscht sein, aber da vieles Schriftliche eben doch gefälscht ist, wird die Diskussion um die wahre Chronologie und um den Grad der Verfälschung der Historie nicht so schnell beendet werden.

Eine sehr gut lesbare Untersuchung der Geschichte der Stadt Mainz gibt es auf http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/felten-mainz.html#cLL78 von Franz J. Felten. Es folgen zum Abschluss einige Auszüge daraus. Interessant ist, dass hier von einer Zerstörung der Stadt in alten Zeiten berichtet wird, ein weiterer Hinweis auf die Katastrophentheorie?

Die Stadt wurde zu Beginn des 5. Jahrhunderts schwer zerstört, wie selbst Salvian im fernen Marseille noch eine Generation später festhielt, [Anm. 16] doch dürften noch imposante Bauten, insbesondere eine mächtige Stadtmauer, aufrecht gestanden haben. Im Umland gingen die römischen villae unter, wie die Archäologen herausfanden, doch wurde das Land nicht von allen latein- bzw. romanischsprachigen Bewohnern verlassen. Drei von fünf Gräberfeldern der Stadt wurden offensichtlich kontinuierlich belegt, auch wenn die Nachrichten über Mainz seit der Mitte des 5. Jahrhunderts für ein Jahrhundert verstummen. [Anm. 17]

[…] Umso erstaunlicher erscheint es, dass Mainz bei den wichtigsten Autoren der Zeit, insbesondere auch bei Gregor von Tours, der im letzten Viertel des 6. Jahrhunderts schrieb, nur sehr selten genannt wird. Der Dichter Venantius Fortunatus, der vermutlich um 566/67 selbst in Mainz war, feiert den um diese Zeit amtierenden Bischof Sidonius in seinen Gedichten als einen Vater, der in seine Stadt zurückkehrte („rediit“), den Verfall der verwüsteten Stadt stoppte, alte Gotteshäuser erneuerte und eine neue Kirche zu Ehren des Hl. Georg errichtete, sich aber auch um die Eindämmung des Rheins kümmerte. [Anm. 20] Ist diese Rückkehr des Bischofs ein Hinweis auf Abbruch des kirchlichen Lebens? [Anm. 21]

Und auch Mainz kommt ohne die eine oder andere Fälschung nicht aus …

[…] Bei den Urkunden ist es nicht besser: Von keinem fränkischen König vor Karl dem Großen haben wir auch nur eine einzige echte Urkunde, die in oder für Mainz ausgestellt worden wäre; nicht einmal Fälschungen oder (angebliche) Deperdita wie für Worms und Speyer sind für Mainz überliefert. [Anm. 29] Von Urkunden Dagoberts, auf die sich Stadt und Erzbischof im 14./15. Jahrhundert beriefen – von ihnen wird noch die Rede sein, –fehlt jede Spur.

Umso bedeutsamer ist der Vermerk „actum in palatio nostro“ zu Mainz in einer der gefälschten Urkunden Dagoberts I. für Worms, angeblich aus dem Jahre 628. [Anm. 30] Wäre die Formulierung aus einer echten Urkunde übernommen worden, so würde sie nicht nur einen der in der Zeit vor Karl dem Großen äußerst selten belegten Königsaufenthalte bezeugen, sondern sogar eine Pfalz in Mainz, deren Existenz und Lage in merowingischer wie in karolingischer Zeit in der Geschichtswissenschaft höchst umstritten ist. [Anm. 31]

[…] Die Reihe der frühen Bischöfe ist höchst umstritten, ihre Sukzession könnte vom 5. bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, bis in die Zeit des schon genannten Bischofs Sidonius, unterbrochen gewesen sein. [Anm. 36]

[…] Das änderte sich schlagartig unter Karl dem Großen. Von ihm sind mindestens vier Aufenthalte in Mainz belegt, eine Reihe weiterer sicher anzunehmen. 770 feierte er das Weihnachtsfest in „Mogontiam civitatem“ und blieb vielleicht länger dort. [Anm. 39] 790 stellte er in Mainz am 9. Juni eine Urkunde für das Kloster Prüm aus [Anm. 40] und war Ende August wieder [Anm. 41] in der Nähe. [Anm. 42] Für den Sommer 800 berief Karl seine fideles nach Mainz und sagte dort Anfang August auf einem conventus generalis den Feldzug nach Italien an. [Anm. 43] Im Jahre 803 brach Karl nach Ostern von Aachen auf und hielt im Sommer, vermutlich in der ersten Julihälfte, in Mainz „nach gewohnter Weise eine Reichsversammlung“. [Anm. 44]

[…] MGH DKar 165, BM (wie Anm. 38), 307; BM 303b-306. Weitere in Mainz angeblich ausgestellte Urkunden sind sämtlich gefälscht. […]

Immer wieder erstaunlich ist, dass es überhaupt echte Urkunden geben soll …

– Ende der ersten Untersuchung –

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