Lügen, Medien und das Internet

Transatlantiker in Aufregung – Rechtspopulisten auf dem Vormarsch – Ein mediales Skript unter Beobachtung

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Transatlantiker in heller Aufregung

Mit dem Brexit begann die Aufregung. Die Vorausagen deuteten zwar auf ein knappes Rennen hin, doch in Brüssel herrschte schon angesichts der bloßen Möglichkeit eines Austritts der Briten aus der EU „Untergangsstimmung“.

Allerdings, so die Zeit in einem Artikel am 21. Juni 2016 [1], sei jedem klar, dass selbst ein knappes Scheitern der Austrittsbefürworter den EU-Gegnern und Nationalisten zusätzlichen Auftrieb verleihen würde. Zuvor war schon ein Referendum der Niederländer gegen ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine (welches im Übrigen die Spannungen mit Russland ohne Frage verschärft hätte) zu einer Niederlage für die Europolitiker geraten.

Die Eliten outen sich – irgendwie

Auf das gescheiterte Abkommen verweist auch Rebecca Harms, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, im Artikel und sieht die Lage pessimistisch. Bemerkenswert unbeschwert wird im Beitrag übergeleitet zur verhinderten „Wahl des österreichischen Rechtspopulisten Norbert Hofer, [dem] Aufstieg von Marie Le Pen und [dem] von Rechtspopulisten in anderen Ländern einschließlich der AFD in Deutschland“. Im genauen Wortlaut sieht das folgendermaßen aus:

Harms verweist auf das niederländische Referendum gegen das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, das sich gegen Brüssel richtete, auf die nur knapp verhinderte Wahl des Rechtspopulisten Nobert Hofer in Österreich und den Aufstieg von Marine Le Pen in Frankreich, ebenso wie auf den der Rechtspopulisten in anderen Ländern einschließlich der AfD in Deutschland.
Die Zeit einer ungestörten Entwicklung der europäischen Idee durch die Eliten sei unwiderruflich vorbei, sagt Harms selbstkritisch. „Alles wird vom Volk demokratisch überprüft.“

Das könnte einen wirklich fast traurig stimmen, nicht wahr? Kaum zu glauben, dass Frau Harms und die Grünen einmal für etwas anderes standen, als eben jene Eliten, deren europäische Idee sich nun nicht mehr so ungestört weiterentwickeln lässt. Man beachte den ungenierten Gebrauch des Wortes „Eliten“ – steht der nicht irgendwo auf einer schwarzen Liste?

Das Problem – fehlende Bildung?

Als ob eine demokratische Abstimmung gegen ein politisch höchst unkluges Abkommen gleichbedeutend wäre mit dem Erstarken von Rechtspopulisten. Der Begriff „Rechtspopulist“ mutiert mittlerweile, muss bemängelt werden, immer mehr zu einem Totschlagargument, ähnlich wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „Anti-Semit“, das von allen Parteien links von der CSU und rechts von AFD mit Begeisterung angewendet wird.

Totschlagargumente und verbale Knüppel wie „Rechtspopulist“, „Linker“, früher auch „Kommunist“ sollen den politischen Gegner herabsetzen und in eine bestimmte Außenseiterposition drängen, sagen aber nichts über die Inhalte der gegnerischen Partei aus, sondern verhindern im Gegenteil effektiv eine Auseinandersetzung mit den Inhalten.

Sollte es überhaupt keine Inhalte geben beim Gegner, wenn doch die populistischen Parteien die Wähler in Scharen anziehen?

Wenn das Programm des Gegners so inhaltsleer ist und er dennoch Anhänger an sich zieht, dann fehlt es vielleicht wirklich an der Bildung des Volkes, wie das nach den US-Wahlen angeblich offenbar wurde. Warum wird das dann nicht geändert? Was ist eigentlich aus der Bildungsrepublik geworden?

Der Begriff „Elite“ taucht übrigens auch in einem anderen Zeit-Artikel auf, welcher den Rechtspopulismus zum Thema hatte. Wer ist diese so wohl gebildete Elite?

Der Rechtsruck geht einher mit einem wachsenden Populismus in der Politik. Die meisten Kommentatoren sind sich einig, dass dieses Klima von zwei wichtigen Faktoren bestimmt wird. Zum einen hat die Einkommensungleichheit seit der Finanzkrise 2008 in allen westlichen Demokratien deutlich zugenommen. Der Lebensstandard stagniert für die meisten Arbeiter und die Mittelschicht, während sich die Besserverdiener schnell erholt haben. Die Verbitterung gegenüber den Eliten hat zugenommen. Der zweite Grund ist, dass Angst und Feinseligkeit gegenüber Einwanderern – insbesondere gegenüber Muslimen – zugenommen haben. [2]

Hmmm, sind die Besserverdienenden wirklich unsere Eliten? Mit Verlaub, aber das hört sich töricht populistisch an.

Der Begriff Rechtspopulist

Wann ist ein Politiker ein Rechtspopulist? Darf man das auch zu Herrn Seehofer sagen, oder war etwa F.J. Strauss ein Rechtspopulist? Auf der Suche nach einer Begriffserklärung stieß ich erneut auf einen Artikel der Zeit. Unter der Überschrift

„Wie soll man sie nennen? Faschisten Autoritaristen Populisten Reaktionäre Rassisten Nationalisten Rechtsradikale Nazis?“[3]

mit dem Untertitel „Eine Suche nach dem passenden Etikett für Politiker wie Gauland, Hofer und Le Pen“ gehen die Autoren vorgeblich genau dieser Frage nach. Da heißt es dann etwa:

Ein Phänomen sucht einen Namen: Sind es Rechtsradikale, Populisten, Extremisten? Und bilden sie überhaupt eine Gruppe – die Gaulands und Hofers, Sarrazins und Le Pens? Gehört Donald Trump zu ihnen, und was wäre mit dem ungarischen Premier Viktor Orbán oder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die dessen Wahlsieg herbeiwünschen?

Wir erfahren kurz darauf , dass der zuvor genannte Personenkreis zwar nicht direkt mit Faschisten verglichen werden könne, weil es halt doch Unterschiede gibt zu anerkannten Faschisten nach Art etwa eines Musslolinis oder Hitlers ….

Faschismus oder was?

… jedoch beschleicht mich beim Weiterlesen des Artikels klammheimlich der Verdacht, dass es vielleicht doch noch irgendwie gelingen könnte, diese Leute in die richtige, sprich faschistische, Schublade zu quetschen.

In Europa auf dem Marsch in den Faschismus? ging ich schon einmal der Frage nach, welche Merkmale Faschismus kennzeichnen und gelangte zu der Einsicht, dass Faschismus eine Frage des Standpunktes ist, und dass derjenige, der mit dieser Vokabel umgeht, sich besser im Klaren darüber sein sollte, was definiert wird. Sicher kennen Sie die genaue Definition von Faschismus, oder? Ein kleiner Wink – es gibt fünf Kriterien.

Die sprachliche Kurve von „zwar nicht“ zum „ABER“ im Zeit-Artikel gelingt sodann mit folgender Überleitung:

Dennoch weist das Phänomen, nach dessen Namen wir hier suchen, einige Gemeinsamkeiten mit dem Faschismus auf.

 Allgemeine Verunsicherung soll Grund für (Rechts)Populismus sein

Die Globalisierung habe „Lebenswelten fragil werden lassen“, woraus soziale Unsicherheit folge. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett wird mit seinem 1998 erschienen Buch Der flexible Mensch zitiert:

„Eine der unbeabsichtigten Folgen des modernen Kapitalismus ist die Sehnsucht der Menschen nach Verwurzelung.“ Und wenn der flexible Mensch sie in seiner Arbeit nicht finden könne, „treibt es ihn dazu, woanders nach Bindung und Tiefe zu suchen“.
Das Gefühl der Heimatlosigkeit beschleicht erst recht jene, die soziale Unsicherheit erleben und sich von den Eliten allein gelassen fühlen.

Schon wieder die „Eliten„. Jedenfalls würden Populisten diese Unsicherheit (ob derart tiefschürfender Erkenntnisse wohl kaum erstaunlich) ausnutzen. Genauer gesagt:

Für Agitatoren, die diese Gefühle verstärken, wurde der Begriff des Populismus erfunden.

Also das geht jetzt aber wirklich zu weit! Was ist aus populär geworden? Populus – das Volk! Wie kommt man vom Grundbegriff Volk auf so etwas anscheinend Verworfenes wie Populismus? Ach so, ich vergaß – der Pöbel leitet sich wohl auch davon ab. Also doch ein Problem mit der Bildung?

Dem Populismus auf der Spur!

Endlich habe ich einen Anhaltspunkt, um dem schwammigen Begriff „Populismus“ zu Leibe zu rücken. Populisten sind demnach also in erster Linie einmal Agitatoren, die Gefühle der Unsicherheit und der Heimatlosigkeit in den Opfern der Globalisierung verstärken und ausnutzen. Wohl wahr, möchte man zustimmen.

Das funktioniert, lt. Artikel der Zeit mittels der Botschaft:

Du bist existenziell bedroht, nur wir können dich retten!

Mit dieser Masche hätten schon die Nazis Erfolg gehabt. Aha, verstehe ich fix, Populisten sind also nicht nur Agitatoren, sondern auch mindestens ein bißchen Nazi. Der Populismus würde den (ungebildeten) Adressaten ein (unerfüllbares) Machtversprechen geben, wobei er ihnen zugleich deren Schwäche vor Augen hielte. Ein wirklich unerhörtes Vorgehen, das muss man schon mal sagen.

Die folgende Botschaft verführe das Volk zu völlig unrealistischen Annahmen.

Du bist Teil einer Bewegung, die das Alte hinfortfegt und den Wandel bringt – so lautet das Angebot der Populisten an ihre Wähler, darin liegt die politische Erotik ihrer Programme. Sei ein Gewinner wie Trump!

Die „plebiszitäre Propaganda des Populismus“ würde sich dieser (erotischen) Masche bedienen, heißt es weiterhin. Klingt ja widerlich. Außerdem: Welcher Art von Propaganda sollte sich der Populismus wohl bedienen, wenn nicht der plebeszitären?

Tja, und die Menschen werden so natürlich manipuliert (was schlecht ist – und sonst so direkt eigentlich nicht angesprochen wird), sodass die Verfasser des Artikels nun auch Gefahren sehen, die durch Volksabstimmungen heraufbeschworen werden.

Bei CETA war es ja auch schon wieder so knapp, verdammte direkte Demokratie, die kann einem wirklich den Tag vermiesen und die schönen elitären Pläne über den Haufen werfen.

Volksabstimmungen ein Instrument der Populisten?

Zwar wäre Direkte Demokratie als Teil eines „verfassungsstaatlichen, mit Kontrollmechanismen versehenen Systems von Repräsentation und Partizipation, wie sie in vielen Ländern existiert (nur halt nicht in der BRD), […] nicht von vornherein ein Instrument des Populismus,“ könne aber so benutzt werden, lese ich da.

O Weh! Und ich dachte immer, dass wir mehr Demokratie benötigen. Sollte ich mich getäuscht haben? Waren die Holländer, als sie gegen das Assoziierungsabkommen abstimmen durften, Opfer von rechtspopulistischen Agitatoren geworden, und wurde nun also die hehre Idee der Europäischen Union durch Rechtspopulisten torpediert?

Der ob der Vorhersehbarkeit der angewandten Rhetorik mittlerweile nur noch mäßig interessierte Leser des Artikels (ich nehme an, es gab noch andere, denen es so ging) durfte weiterhin erfahren, dass der heutige Populismus noch ein weiteres Merkmal aufweise: „Die Brutalisierung der öffentlichen Debatte“.

Der „Fall“ Gauland

Es wird auch gleich ein Beispiel für die Brutalisierung angeführt, nämlich der „Fall Gauland“,

der behauptet hatte, die Leute wollten einen wie den Nationalspieler Boateng nicht zum Nachbarn haben. Als ihm Rassismus vorgeworfen wurde, ruderte er hin und her, wiegelte ab, um gleich wieder nachzulegen. War das Verwirrung oder Tollpatschigkeit?

Du meine Güte, einen der so was sagt, sollte man wirklich nicht wählen. Aber hat er?

Möglicherweise haben die Autoren anlässlich der Abfassung ihres Artikels nur die Überschrift der FAZ gelesen, wo unter dem Titel „Gauland beleidigt Boateng“ zu lesen war:

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland sagt, Fußball-Weltmeister Jerome Boateng werde im eigenen Land als fremd empfunden. [4]

Ich weiß wirklich nicht, was ich zu dieser Brutalität von Herrn Gauland sagen soll. Nach einer schnellen Recherche von etwa 15 Sekunden fand ich eine ausführliche Gegendarstellung der AFD,

Ich habe in dem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert […]

in der klar gestellt wird, dass Herrn Gauland selbst diese harmlose Behauptung untergeschoben worden war; die Gegendarstellung war bereits am Tag darauf verfügbar, was die beiden Autoren des Zeit-Artikels jedoch nicht anficht.

Um so mehr fällt mir hingegen zu Günther Öttingers Brutalität ein, der am 26. Oktober 2016  davor warnte, dass „Schlitzohren und Schlitzaugen“ das Geschäft machen würden. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass er solche herausragenden kabarettistischen Fähigkeiten hat, über die er offensichtlich verfügt. Seine frühere Tolpatschigkeit hat er mittlerweile kultiviert, wie im folgenden You Tube Beitrag zu bewundern ist – gedankt sei´s, dass er nicht Englisch spricht.

Ist er vielleicht auch ein klein wenig populistisch? Aber nein. Warum nicht? Ganz einfach, er spricht vor auserwähltem Publikum, quasi der Elite, also kann das Ganze schon per se nichts mit Populismus zu tun haben.

Populismus – Etwas von allem: Faschismus, Rassismus, Autoritarismus

Die Autoren ziehen eine vorläufige Bilanz (ohne leider den letzten „Patzer“ von Herrn Öttinger auch nur zu erwähnen),

Populismus ist also ein treffender Begriff, allerdings beschreibt er mehr die Methode als die Inhalte, er erfasst den rassistischen und nationalistischen Gehalt nicht. Der Faschismusbegriff wiederum passt zwar zu einigen Methoden der genannten Bewegungen, überzeichnet aber ihre Ideologien und Ziele.

bevor sie zum Sturmangriff übergehen.

[Wir suchen also anscheinend etwas, das zarte faschistische Züge trägt, rassistischen und nationalen Inhalt aufweist und für das Populismus eigentlich ein trefflicher Begriff ist, übersetze ich jetzt mal. Oder: Wie skizzieren wir das Ungeheuer für den Pöbel das Volk, mit wenigen groben Strichen, sodass jeder fortan gebrandmarkt sei, der mit diesem Wort beworfen wird.]

Parteien, wie die AFD oder FPÖ würden internationale Verbindungen knüpfen, es würde sich so etwas wie eine „Weltbewegung der Nationalisten“ heranbilden, deren gemeinsamer Feind „die EU, Amerika, die Globalisierung, die Fremden im eigenen Land“ seien, wird nun eine Steigerung des an sich schon Ungeheuerlichen versucht.

Mittels internationaler Verbindungen gegen die Globalisierung vorgehen? Das ist ja ganz schön raffiniert! Diese internationalen Nationalisten hätten zudem außer dem Nationalismus den Populismus und den Autoritarismus gemeinsam. Die Autoren des Artikels kommen zum Schlusswort:

Le Pen und Gauland, Trump und Hofer, Putin und Orbán und wie sie alle heißen versprechen den Weg zurück in eine schönere Vergangenheit, die in Wahrheit nie existiert hat. Sie sind also Reaktionäre. Dieser Begriff hat den Vorteil, dass Konservative damit nicht gemeint sind, auch nicht alle, die sich als Rechte einstufen würden. Er ist sozusagen bündnisfähig. Einwenden ließe sich, dass dieser Begriff von Linken für alles Mögliche verwendet wird.
Man kann ihn aber präzisieren, indem man anfügt, dass es sich um ein länderübergreifendes Phänomen im Angriffsmodus handelt. Damit wäre ein passender Familienname gefunden: Wir haben es mit einer aggressiven, reaktionären Internationale zu tun.

Aber Hallo! Aggressive, reaktionäre Internationale – wenn ich diese Beschreibung so lese, fallen mir sogleich einige Politiker ein.

Rechts von zu weit links soll die neue Mitte sein!

Nachdem ich nun immerhin weiß, dass ich irgendwo weit links von diesen widerlichen und abstoßenden Reaktionären stehe … aber natürlich auch nicht zu weit links, denn dann könnte ich den Begriff Reaktionäre ja wieder nachteilig, bzw. „für alles Mögliche“ verwenden (nachteilig für alle, die weiter rechts von einem selbst stehen …)

und

solange ich weit genug rechts bin (aber bitte schön nicht rechtspopulistisch(!)), vor allen Dingen dann, wenn ich für die EU, für Freihandelsverträge, für die große Idee des europäischen Projektes – kurz gesagt, für die Eliten bin, dann habe ich gerade die Gebrauchsanweisung für das Wort Rechtspopulist erhalten. Denn, wie gerade eben zu lesen war:

Dieser Begriff hat den Vorteil, dass Konservative damit nicht gemeint sind, auch nicht alle, die sich als Rechte einstufen würden. Er ist sozusagen bündnisfähig. Einwenden ließe sich, dass dieser Begriff von Linken für alles Mögliche verwendet wird.

Für mich bestand ab sofort kein Zweifel mehr daran, dass hier gerade die Deutungshoheit über den Begriff „Populismus“ und daraus ableitend „Rechtspopulismus“ etabliert werden soll.

Mit dem Kampf gegen den Rechtspopulismus lässt sich 2017 notfalls prächtig eine noch größere Koalition durchboxen als GroKo heute ist, so eine Art Regenbogenkoalition mit viel Schwarz drin, könnte ich mir vorstellen, die gemeinsam gegen den Rechtspopulismus antritt.

Die mediale Deutungshoheit

Die mediale Deutungshoheit ist ein wichtiges Instrument eben jener Eliten, die immer unverhohlener in den offiziellen Bilderbergerblättern, wie der Zeit, erwähnt werden. Was hat das zu bedeuten? Sollen die Besserverdiener als böse Elite dargestellt werden ? Wobei zu beachten ist, dass die Definition von Besserverdiener bei bescheiden wohlhabend (z.B. Sie müssen nicht gleichzeitig mit der Rente Hartz IV beantragen) anfängt und kurz vor ziemlich reich aufhört. Lesen Sie dazu auch Migranten retten die Deutsche Bank!

Über SIE erfahre ich nur, dass sie – die Eliten – es gut mit uns meinen, denn DIE wüssten schon, wie sie die hohe Idee der Europäischen Union kontinuierlich am Leben erhalten würden, auch wenn eine Volksabstimmung nach der anderen ergeben würde, dass die Menschen in Europa nicht nur einkommensmäßig sondern auch bildungsmäßig und sonstwie  abgehängt werden – und die sich durch die Europäische Union und die Eliten, die heere Ideen zum leeren Motto erheben und Totschlagwörter einführen, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen, verunsichert fühlen.

Ehrlich gesagt, mich beunruhigt es auch gewaltig, dass sich die Eliten erdreißten, meine Zukunft zu ihrem Besten zu definieren.

Glauben Sie bitte nicht, dass ich ein Anhänger der AFD wäre, im Gegenteil, ich bin radikaler Nichtanhänger jeder Partei (nicht zu verwechseln mit nichtpolitisch), es geht mir um etwas Anderes.

Der Kampf um die Deutungshoheit über den Begriff Rechtspopulismus gerät zu einem erbarmungslosen Abschlachten des ungeliebten politischen Gegners mittels der medialen Macht. Gelenkt von einer Elite, welche die „europäischen Ideale“ für wichtiger hält, als den Willen der europäischen Bürger.

Wir folgen gerade einem Skript, mittels desen letztendlich ein Teil der Bevölkerung radikalisiert wird, die daraus entstehenden Konflikte sind vorprogrammiert. Wir werden Zeuge einer Strategie, die Hilary Clinton lt. WikiLeaks Dokumenten während des Wahlkampfes in den USA schon geplant haben soll.

Wird die Strategie der Überspitzung des Profils der einzig gefährlichen gegnerischen Partei in Deutschland Erfolg haben? Ich denke schon, denn die Kampagne wird derzeit an allen Ecken und Enden vorangetrieben.

Wollen Sie mal die Wahrheit hören, ehrlich? Jetzt mal ganz ehrlich?

Die hehre Idee der Europäischen Union, so wie die Menschen sie verstehen, hat ganz entschieden etwas mit Demokratie zu tun und zwar nicht mit parlamentarischer sondern mit direkter Demokratie.

Leider gehört dazu die vernachlässigte Bildung, die eben nicht systemkonform sein sollte, sondern asymetrisch, da ansonsten nie etwas Neues dabei herauskommt, sondern nur der wunderbare neue, von den Eliten definierte Mensch und die ebenso wunderbare konforme Gesellschaft, die über von den Eliten kontrollierte Filter nichts anderes als einen wunderbaren Blick auf die wahre schöne Welt erhält.

Diejenigen, die behaupten, die (niemals genauer erklärten und ungewählten) Eliten wüßten es schon besser, die wissen es selbst nicht besser, obgleich sie predigen, dass wir unsere Vergangenheit nicht vergessen sollten!

Was haben wir denn gelernt, wenn nicht, dass es eben Keinen oben geben sollte, der es besser weiß; keine Elite, die einen Plan hat, sollte die Menschen wieder verführen und vorführen wie eine Herde Schafe – das Wichtigste in einer Gemeinschaft sind die Menschen und es geht um die Frage, wie diese Gemeinschaft organisiert wird und zu wessen Wohl.

Bei all dem Geschrei, das um die Populisten gemacht wird, geht ein wenig unter, dass es echte Ungerechtigkeiten im System gibt, die z.B. für eine fortwährende Enteignung der Bürger sorgen. Wer das verstanden hat, der fühlt sich schnell mal abgehängt.

Eine Elite versucht auf Gedeih oder Verderb uns ihre Vorstellung von der Gegenwart und von unserer Zukunft zu verkaufen. Sind Sie dabei ? Aber sicher doch! George Orwell hätte seine Freude daran.

Wurde Trump gefördert, weil er gar nicht gewinnen sollte?

Nun hat die Wahl von Mister Trump aber doch für einigen Unwillen und Unmut bei der europäischen Elite und nicht nur dort gesorgt. Zu Recht würde ich meinen, auch wenn ich klammheimlich froh bin, dass Hilary Clinton es nicht geschafft hat, weil ich nämlich mehr Angst vor dem Dritten Weltkrieg habe, als vor Trump.

Was tun? Natürlich hat Mr. Trump, den ich wiederum nicht als Nachbarn haben möchte, Wesenszüge, auf die ich bei einem amerikanischen und jedem anderen Präsidenten durchaus verzichten könnte. Das traf allerdings auf die allermeisten Kandidaten seit Kennedy zu und der war selbst ein „Schlitzohr“. Möglicherweise hat er das mit dem Lügen auch noch nicht so ganz drauf, denn diese hatten wohl so kurze Beine, dass sie ihm schon nach kurzer Zeit nachgewiesen werden konnten.

Man kann jedoch zuversichtlich sein, dass Donald Trump dank gewiefter Berater schon bald den Dreh rausbekommt, wie man Lügen erzählt, die erst Jahre hinterher entlarvt werden, wenn es kaum noch jemanden interessiert und die Folgen für einen selbst absehbar, d.h. weniger drastisch sind. In der Regel ist man schon lange tot, bevor die Wahrheit ans Licht der unabhängigen Medien gelangt.

Interessant ist das Gerücht, daß es ein Teil von Hilary Clintons Wahlkampfstrategie gewesen sein soll, indirekt in den Wahlkampf der Republikaner einzugreifen, indem Kandidaten gefördert wurden, die sich durch ihre Rechtslastigkeit und Exzentrizität gewissermaßen selbst disqualifizierten und Hilary im finalen Kampf so den Vorteil und den Anschein der moderaten Mitte verschaffen sollten. So war es zu lesen bei WikiLeaks in einer der gehackten E-Mails.

Einzigartig an Trump ist dennoch, dass man mit ihm als Nachbarn in Gefahr läuft, einen riesigen Erdwall oder eine Mauer vor die Nase zu bekommen; wenn Mr. Trump z.B. mein Haus nicht gefällt und er einen Golfplatz nebenan plant. Charakter geht anders.

Da Mr. Trump mittlerweile ein anerkannter Rechtspopulist ist, ist die Zeit (für die Eliten) gekommen, die zweite Karte im Spiel der Informations – und Deutungshoheit hervorzuholen: Rechtspopulisten lügen nämlich! Wie gedruckt, bzw. so wie z.B. „Gauland beleidigt Boateng“ (Tut mir leid, das ist halt ein gutes Beispiel).

Twitter und Facebook – social Media und die Lügen

Jedenfalls hat Trump gelogen und deswegen irgendwie – nämlich aufgrund der unbedarften amerikanischen Twitter-User – gewonnen … und die glauben aber auch jeden Scheiß!

Ungelogen jetzt, wenn in den USA einer auf Twitter oder Facebook etwas behauptet, dann ist das wichtiger als die offziellen, d.h. seriösen Nachrichten. Immer weniger Menschen interessieren sich halt nun mal für die offiziellen Nachrichten, weil die sich träge, selbstgefällig räkelnde Verflechtung, gleichsam Matrix, von Medien, Politik, Eliten und Geld immer offensichtlicher wird.

Das ist natürlich ein Problem: Ganz genau – für die Demokratie und die europäischen Werte, nicht etwa für die Medien (wer würde denn so was denken?). Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Entweder kann sich unser Demokratiemodell (oder dessen unangenehme Auswüchse, unsere Eliten?) in unserer heutigen Zeit, weil Facebookzeit, nicht mehr gut verkaufen, oder es steckt mehr dahinter.

Die Erklärungsversuche des Debakels des Erstarkens sogenannter rechter, nationalistischer oder halt populistischer Parteien zielen in eine bestimmte Richtung.

Die Fakten und die Lüge(n)

Unter der Rubrik „Gesellschaft“ und einem schönen Bild einer flachen Erde fand sich in der Wochenendausgabe der SZ vom 19./20. November 2016 der Leitartikel „Die Lüge“ von Evelyn Roll. „Was bedeutet es für die Politik, wenn die Fakten nicht mehr zählen?“ fragt sie, ein wenig treuherzig, in die Runde.

Die Autorin ist beunruhigt. Was zum Beispiel wäre, fragt sie nervös, wenn „Donald Trump vor Schreck über den Wahlausgang einmal nichts als die reine Wahrheit ausgesprochen hat, als er sagte: „Meine hohen Nutzerzahlen haben mir zum Sieg verholfen“.“

Die ehemalige Lebensgefährtin eines verstorbenen FAZ-Herausgebers, Merkel Biografin seit 15 Jahren, Buchautorin von „Wir sind Europa“, setzt den vorangegangenen, zitierten Artikeln aus der Zeit noch eins drauf. Will sie sich mit ihrem Text für die Anwartschaft auf das nächste Bilderbergertreffen qualifizieren?

Die Autorin fragt sich weiter …

Was also wäre, wenn die erstaunliche Anfälligkeit auch der aufgeklärten westlichen Welt für Lügen, Verschwörungstheorien, Neonationalisten, Rechtspopulisten und Autokraten gar nicht auch in den Filterblasen und Lügenhohlräumen der sozialen Netzwerke erzeugt wird, sondern nur oder vor allem dort?

Die Lage ist quasi postfaktisch katastrophal. Social Bots schaffen eine virtuelle Wirklichkeit, Algorithmen bestimmen Facebook Nachrichten, die unbedarften User landen in einer Endlosschleife und bleiben in der falschen Realität hängen.

Postfaktisch – ein Treppenwitz-Begriff

In seinem Blog auf den NachDenkSeiten erklärt Jens Berger unter der Überschrift „Postfaktisch? Was soll denn nun dieser Unsinn schon wieder?“ treffend:

Am 19. September erklärte die Kanzlerin nach der verlorenen Berlin-Wahl, „wir lebten in postfaktischen Zeiten, [da] die Menschen sich nicht mehr für Fakten [interessierten], sondern alleine den Gefühlen [folgen]“. Damit war ein politischer Kampfbegriff geboren. Egal ob es um Donald Trump, den Brexit oder jedes x-beliebige Thema geht, das dem politischen und medialen Establishment nicht in den Kram passt: Für unsere Papageienjournalisten ist das jetzt alles „postfaktisch“.

Der ursprüngliche Erfinder des Begriffs, Ralph Keyes, hatte ihn in seinem Buch „The Post-Truth Era dazu verwendet, die etablierte Politik und die mediale Berichterstattung anzuklagen, die Fakten ignorierten, um einen lange geplanten Krieg zu führen. Wissen Sie noch, die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein? Colin Powell? Was sagten denn unsere Leitmedien damals? Und wie lange hat es gedauert, bis mal jemand zugab, dass die damalige Behauptung eben dies war – eine Behauptung, und zudem eine Lüge?

Nun hat das Oxford Dictionary den Begriff „postfaktisch“ zum Wort des Jahres erklärt; verwendet wird er, um auf alles loszugehen, das der Elitenpolitik nicht in den Kram passt.

Auch Frau Roll als treue Merkel Biografin geht in ihrem SZ-Artikel „Die Lüge“ auf dieses Modewort ein – wahrscheinlich ohne sich der ursprünglichen Bedeutung bewusst  zu sein. Postfaktisch sind in ihrem Kontext (Universum?) Leute, die z.B. in einem geschlossenen Flache Erde Universum leben.

Realitätsblasen und eigene Welten

Achtung! Wenn Sie auf dieses Video klicken, bekommen Sie (bei falscher Filtereinstellung) noch tagelang die Flache Erde um die Ohren geschlagen. Wenn Sie das glauben… stimmen auch Sie für das Wahrheitskommitee!

Wieso sollten solche Leute eigentlich Trump wählen? Der Zusammenhang entzieht sich mir noch, ein besseres Beispiel war wohl nicht greifbar. Werden als nächstes all die netten und unterhaltsamen Webseiten in Sachen Flache Erde verboten? Die Autorin weiß aus Erfahrung zu berichten:

Wer sich z.B. ein bißchen durch die Videos und „wissenschaftliche Beweise klickt, bekommt tagelang nur noch so ein Zeug.
Die Algorhitmen von Facebook, Google, Amazon und You Tube schaffen nicht nur Realitätsblasen und eigene Welten. Sie erzeugen damit Menschen, die schließlich wirklich glauben, nein, wissen, dass die Erde eine Scheibe ist.

Das ist wirklich eine gute Beobachtung, sie trifft insbesondere auch auf den Fernsehkonsum zu, welcher ja auch, und das nicht zu knapp, „Realitätsblasen und eigene Welten“ erzeugt.

Die „unabhängigen, freien Medien“ würden verunglimpft und schlechtgeredet. Sollten die sozialen Medien „in einer extrem ungerecht gewordenen Welt“ zu einer Waffe in den falschen Händen geraten sein, frage ich mich besorgt.

Kanzlerin glaubt an Algorithmen

Die Bundeskanzlerin als Verteidigerin der Demokratie muss wieder ran und sagt:

Algorithmen lassen uns glauben, alle anderen hätten die gleiche Meinung wie wir. Ich fordere mehr Transparenz darüber, wie Inhalte gefiltert werden„.

Social Bots sollen verboten werden (Recht so, das nervt das Zeug), vor allem in Wahlkämpfen. Doch das wird alles nicht reichen.

Es wird überlebenswichtig sein für die Demokratie, eine Lüge wieder eine Lüge zu nennen.

sagt uns Frau Roll, und wieder kann man ihr nur applaudieren, vielleicht sollten wir gleich damit anfangen und den Wahlspruch wahr werden lassen.

Oder sind es überwiegend die Lügen missliebiger Personen, die auch Lügen genannt werden, welche ja sowieso im Lager der Rechtspopulisten (gut, dass wir dieses bündnisfähige Wort nun anzuwenden wissen) zu suchen sind, während die eigenen Lügen und die geschickte Manipulation der Deutungshoheit über das politische Lügen selbstverständlich der Realpolitik zuzuordnen sind?

Womit wir beim Duell „Realpolitik kontra Postfaktisch“ angelangt sind. Denn in der Realpolitik heiligt der (gute eigene) Zweck natürlich immer noch die Mittel. Also – den Irak mit einer Lüge in Schutt und Asche zu zerlegen- geht, während das was Herr Trump und die AFD da so machen (ich sage nur Boateng), natürlich postfaktisch und somit unerträglich ist.

Und was sagt uns eigentlich, dass Trump vom Social Media gewieften Gegner nicht auch hier und da mittels Fakes bekämpft wurde?

Vom Falschspiel und Verschmäht werden

Das ganze Theater trägt aber auch Züge des geschmähten Liebhabers oder des Spielverlierer-Syndroms. Trump hat „falsch“ gespielt, er hat vielleicht wirklich mit Falschaussagen die Internetkarte (aus)gespielt und hat die Transatlantiker mit dieser Taktik überrumpelt.

Trump twitterte gern um drei Uhr nachts, lese ich mitfühlend. Und damit hat er die Morgennachrichten für sich gehabt und mit dieser (fiesen) Methode Sendezeit im Wert von zwei Milliarden gratis bekommen. Ein wenig beleidigt hört sich das schon an.

Wenn es einen Preis für Heuchelei gäbe, dann sähen wir spätestens jetzt einen würdigen Anwärter für den Thron. Frau Roll, sich selbst natürlich im Besitz der Wahrheit wähnend, schließt ihre von selbstgerechten Zorn erfüllten Ausführungen damit, einen neuen Begriff einzuführen, der mich schaudern lässt.

Schon im nächsten Jahr könnte das Wort „postdemokratisch“ zum internationalen Wort des Jahres ausgerufen werden. Schaudern lässt mich diese Perspektive, weil, wie sie selbst im Artikel zugibt:

Wer vom postfaktischen Zeitalter spricht, hat die Demokratie schon aufgegeben.

Welche Steigerung kann postdemokratisch noch bringen?

Der Tenor ist vorgegeben, das Orchester spielt

Was waren also die Truth-News, präsentiert durch Frau Roll von der SZ? Durch Fake-News waren die Grünen (die guten Grünen, nicht die mit dem Pädphophilen-Skandal an der Backe) solcher Art verunglimpflicht worden, dass ihnen Fakes als offizielle Aussage von Tobias Weihrauch, einem vorgeblichen Mitglied der Grünen, untergeschoben worden waren, in denen behauptet wurde, dass die Grünen noch schnell Flüchtlinge unterstützen sollten, egal wie kriminell oder integrationswillig sie wären, bevor die nächste Wahl stattfände.

Bis die Wahrheit aufgedeckt wurde, war die Nachricht schon drei Mal durch Facebook und zurück gelaufen und war genüsslich von allen möglichen Rechten und Populisten ausgeschlachtet worden.

Und dann kommt der Hammer (obschon das bislang erst mal nur für die USA gilt, aber wehret den Anfängen)!

44% der Amerikaner konsumieren Nachrichten, oder was sie dafür halten, nur noch auf Facebook.

Wirklich ein Jammer für die etablierten Medien. Doch dem soll abgeholfen werden:

Denn Facebook ist kein Technologiekonzern sondern das größte Nachrichtenmedium der Welt. Sie verfügen dort offenbar auch längst über die Instrumente, mit denen Bots und Fake-Accounts aussortiert und in den Algorhytmen nach unten gesetzt werden könnten. Das muss jetzt schnell umgesetzt werden.

Wichtig ist der Autorin aber auch Folgendes:

Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten.

Das würde ich glatt unterschreiben, wenn ich nur nicht so mißtrauisch wäre.

-> Zum Wahrheitsministerium

Hilfe ist in Sicht. Die Ausübung der Deutungshoheit durch Eliten und deren Medien kann noch ausgeweitet und potenziert werden, her mit dem Wahrheitskomitee. Denn es geht um „Fake News“.

Trump soll die Wahl gewonnen haben, weil die Amerikaner sich nur auf die falschen Nachrichten via Facebook und Twitter verlassen haben, ein klarer Fall für Fake News also.

Wie Robert Parry  auf propagandaschau berichtet, haben sich einige wichtige Nachrichtenportale nun zusammen geschlossen, um eine Strategie zu erarbeiten wie dieser lästigen Fake News Plage zu Leibe gerückt werden kann.

Die großen Nachrichtenmagazine, als Verfechter der Wahrheit, bereiten sich vor, Google und Facebook unter Druck zu setzen, um bei Verstößen gegen die anerkannte Wahrheit einzuschreiten. Sie sollen entscheiden, was wahr ist und was nicht wahr ist.

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Facebook und der digitale Virus genannt Fake News – ein Beitrag in der New York Times zum Thema.

Sie (die Eliten?) möchten damit immerhin ein uraltes philosophisches Problem lösen, an dem sich schon Jahrtausende lang die besten Köpfe die Zähne ausbeißen. Es geht um nicht weniger als Die Wahrheit.

Gibt es bald eine Wahrheitsmaschine?

First Draft Coalition

Fakebook und Twitter haben sich einem Netzwerk mit über 30 News und Technologieunternehmen angeschlossen um der Fake News Herr zu werden und die Informationsqualität (was immer das auch heißen mag) in Punkto Social Media zu verbessern, verkündete die Gruppe am Dienstag.

First Draft Coalition mit Unterstützung von Alphabet’s Google ließ verlauten, dass es einen freiwilligen „code of practice“ entwickeln würde, die Bildung bezüglich Nachrichten unter den sozialen Medienbenutzern fördern und eine Plattform starten würde, auf der Mitglieder fragwürdige Nachrichten verifizieren können.

Die Plattform soll Ende Oktober an den Start gehen, war von der Koalition zu hören, ein wenig spät um die Wahl Trumps noch zu verhindern.

Zu der Gruppe gehören die New York Times, die Washington Post, BuzzFeed News, Agence France-Presse und CNN. [5]  Diese sollen also die offiziellen Wächter der Wahrheit und [so war mir Baphomet helfe], nichts als der Wahrheit, sein.

Ich lach´mich schlapp, gleich geht´s weiter …

Merkel will nur noch wahre Nachrichten

Selbst Frau Merkel, die sich noch vor kurzem recht unbedarft gab gegenüber Internettechnologien, hat was zu sagen. Zu lesen in der Times vom 28. Oktober,  einem jener großen Nachrichtenmagazine, welche nur noch die wahren Nachrichten unter die Leute bringen wollen …

„Die deutsche Kanzlerin sorgt sich um die Art und Weise, wie Online Provider wie Google und Facebook Material aufgrund geheimer Algorythmen […] präsentiert.“

Angeblich, also lt. Times, soll Merkel davon ausgehen, dass diese geheimen Algorythmen von Goolge & co. dabei geholfen haben, die Meinungen während der US-Wahlen zu „polarisieren“, was immer das auch wieder heißen mag. Hardcore Supporter (einer Sache) würden gewissermaßen einen Schirm um sich herum aufbauen, was wiederum Zweifel und Verschwörungstheorien befeuern könne.

Genau, hier wird die postfaktische Realitätsblase präsentiert, mit welcher alles und jedes, das zu unangenehm zu erklären wäre, abgewatscht wird. Eine Steilvorlage für die unabhängigen Journalisten und Medien.

The German chancellor is concerned by the way that online providers such as Google and Facebook present material through secretive algorithms which can prioritise new material based on previous topics.
Mrs Merkel is said to believe that this has helped to polarise opinion in the US election campaign with hardcore supporters becoming shielded from anything which confronts or criticises their views. This in turn can fuel suspicion and conspiracy theories as opposing mindsets develop.

Neues vom Wahrheitsalgorithmus

Um diesen Dorn im Fleisch der Demokratie zu beseitigen, stelle man sich so eine Art Algorhytmus vor, der automatisch jene Webseiten kennzeichnet oder sperrt, welche „Fake News“ verbreiten.

Und so kommt endlich die Wahrheitsmaschine, auf die wir alle so lange gewartet haben!

Fakebook und Google haben sich tatsächlich bereits (vorgeblich natürlich widerstrebend) verpflichtet, missliebe Fake News (gewissermaßen) zu zensieren. Das geht so:

Am 15. November 2016 ist auf fortune.com zu lesen:

Alphabet’s Google and Facebook on Monday announced measures aimed at halting the spread of “fake news” on the internet by targeting how some purveyors of phony content make money: advertising. [6]

Google und Fakebook wollen also der Verbreitung von Fake News über die Einnahmequellen der „Fake News Seiten“ an die Gurgel gehen. Sie wollen von nun an mißliebigen Webseiten über die Werbeeinnahmen an den Karren fahren.

Bekommt ISIS eigentlich auch Werbeeinnahmen? Einmal Köpfen gibt bestimmt viele Klicks! Jedenfalls sehen wir mal eine voll coole Masche, wie man das Böse ausrotten kann!

Wiederum in fortune.com vom 28. September 2016 war zu lesen:

Five tech giants announced on Wednesday that they are launching a nonprofit to “advance public understanding” of artificial intelligence and to formulate “best practices on the challenges and opportunities within the field.”

5 Technologie-Giganten verkündeten am Mittwoch, dass eine Nonprofit Organisation gegründet werden solle, um das öffentliche Verständnis für künstliche Intelligenz zu verbessern und um die beste Praxis angesichts der Herausforderungen und Möglichkeiten auf diesem Feld zu formulieren.

Wenn die Bemühungen dieser Nonprofit Organisation Früchte getragen haben werden, werden wir verstehen, dass das alles nur zu unserem Besten ist. Denn wenn wir nur noch ein bißchen mehr Verständnis und Sympathie für die technotrone Elite entwickeln würden, dann hätten wir am Ende sogar noch Spaß mit der Wahrheitsmaschine. Versprochen, ich schwör´.

George …? George Orwell …? Bist Du da irgendwo und lachst Dir ins Fäustchen?

Mehr Demokratie dank dem Ministerium für Wahrheit

Ich wette, das bringt uns die Demokratie ein großes Stück voran, ich bin froh über diese Initiative der Technologie-Giganten. Es beruhigt mich, dass das Ministerium endlich seine Arbeit aufnehmen wird, wer sollte es auch besser wissen als die Algorithmen der Maschinen, was gut für uns ist und was eine Lüge ist?

Und ich bin mir beinahe sicher, die Wahrheitsmaschine kann auch das Problem mit dem Populismus endlich zur allseitigen Zufriedenheit lösen und löscht die internationalen Reaktionisten endlich aus unserem sauberen Netz.

Immerhin hatte Donald Trump den Irak-Krieg in einem Fernsehinterview während des Vorwahlkampfes als den größten Fehler bezeichnet, den je ein amerikanischer Präsident begangen hat und er bemäkelt klipp und klar den fehlenden Zusammenhang zwischen den Anschlägen vom 11. September 2001 und der Entscheidung zum Einmarsch in den Irak.

Darüber hinaus verweist er auf die 28 Seiten zurückgehaltener Dokumente aus dem 9/11 Bericht, in welchen eine Verbindung der Anschläge zu Saudi-Arabien untersucht wird. Sowohl Bush als auch Obama verweigerten ihre Zustimmung, diese 28 Seiten zu veröffentlichen, aus Rücksicht auf die nationale Sicherheit, natürlich. Was denn sonst? Korrekt und eher nüchtern beschreibt er auch die katastrophalen Folgen des Irak-Krieges für den gesamten Nahen und Mittleren Osten.

Solange Meister Trump indes den Massenmord vom 11. September 2001 nicht gnadenlos und konsequent verfolgen lässt und er (stattdessen) Guiliani und Kissinger als „Berater“ einstellt, solange wird sich rein gar nichts am Vorgehen der Eliten und der Aufführung des Skriptes, das uns täglich programmiert, ändern. Nicht mal mit diesem neuen, modern aufgestelltem Ministerium für Wahrheit von Fakebook und co..

Das Internet als politische Waffe

Was wir zur in der Zeit und der SZ dargeboten bekommen, sind Krokodilstränen, die vergossen werden in dem Wissen, dass Abhilfe schon auf dem Weg ist. Die Leitartikler basteln emsig an der zukünftigen politischen Deutungshoheit im Stil einer Vergeltungswaffe, in dem sie einem Skript folgend über die „Populisten“ herziehen, ihnen dabei aber zugleich eine Werbeplattform bieten.

Ein Garn wird gewoben, das Netz ausgelegt, die Anti-Propaganda gegen sogenannte Populisten lenkt von den wahren Problemen ab, und bereitet eine „gemäßigte“ Mitte, um nicht zu sagen Rechtskoalition für 2017 vor, der alles angehören wird, was nicht zu weit links und nicht rechtspopulistisch ist.

Einer Radikalisierung und Polarisierung einer breiteren Schicht der deutschen Bevölkerung werden derzeit die Wege bereitet. Auch von den Medien, die um ihr Überleben zu kämpfen scheinen, ihre Aufgabe aber bis zuletzt erfüllen. Oder werden wir Zeuge wie George Soros in Deutschland seinen 5-Punkte Plan umsetzt?

Und auf der technologischen Seite sind die Technologie-Giganten im Boot, wird am Wahrheitsalgorithmus gebastelt, der dann natürlich noch fein abgestimmt werden muss, damit er mit der Wahrheit der Elite übereinstimmt.

Es grüßt Die Schöne Neue Welt

Es steht außer Frage, dass die Manipulation der Menschen über das Internet und die sogenannten Social Media zugenommen hat. Verschwiegen wird in den unabhängigen Medien jedoch gerne, dass Manipulation via Internetmedien ebenso von links und von jeder anderen Seite betrieben wird, welche ebenso, auch als gelegentliche Falschmeldung (ich sage nur Boateng, könnte mich aber ebenso über die Berichterstattung im Syrienkrieg oder im Ukrainekonflikt, über „Israel must be wiped off the map“, die WMD-Lüge, etc. auslassen), über das Netz verbreitet wird.

Manipulation des verunsicherten Bürgers fängt nicht erst bei den überspitzt dargestellten, plumpen oder schlichtwegs falschen Aussagen der populistischen Bauernfänger an, sondern mit dem Verschweigen von Lügen, Auslassungen der unabhängigen Medien, wenn es um systemrelevante Zusammenhänge geht und sanfter Manipulation nach Art eines Rattenfängers von Hameln: Die Melodie: wir, die Elite, wissen wie alles zu eurem, dem Pöbel, Besten zu organisieren ist.

Längst schon wohnen wir einem Kampf über die Informationshoheit bei, in dem versucht wird, den neutralen Beobachter zu polarisieren, doch das geschieht keineswegs nur über die alternativen oder sogenannten sozialen Medien. Trotzdem, gut dass ich nicht bei Facebook bin …

Dass mit unserem Bildungssystem etwas nicht stimmt? Das sage ich schon lange. Kritisches Denken ist gefragt, doch wo wird es gelehrt?

Verschwiegen wird auch, wie das Internetzeitalter zu Beginn gepriesen wurde, und es gar nicht schnell genug gehen konnte mit Innovationen und dem Geschäft.  „Realitätsblasen“ in Form von Technologieblasen wurden gefördert, Stichwort „New Economy“.

Firmen mit nicht mehr als ein paar Computern, einer Software und einem Konzept namens Social Media wurden an der Börse plötzlich höher gehandelt, als Autokonzerne wie Merzedes oder Energieriesen, die wenigstens eine Leistung und ein Produkt im ursprünglichen Sinn präsentieren. Und diese Firmen haben heute mehr Einfluss auf das gesellschaftliche und politische Leben als gut und vielen lieb ist.

Das Konzept Technologisierung wurde so erfolgreich durchgeführt, dass wir heute in totaler Abhängigkeit von Algorithmen und dem Internet leben.

Alle Wahrheit kommt von oben

Für die Wahrheit ist da schon lange kein Platz mehr. Wenn ich die Wahrheit berichten würde, einen unbestreitbaren Fakt, wie z.B.

die Türme des World Trade Centers, WTC 1,2 und 7, können nur durch kontrollierte Sprengungen so exakt (senkrecht in max. 10-11 Sekunden) kollabiert sein, wie am 11. September 2001 geschehen

dann habe ich gleich meine liebe Mühe mit dem Siegel „Verschwörungstheoretiker“. Dennoch ist es wahr und anhand von Physik und genauer Beobachtung beweisbar, wäre aber in der schönen Neuen, von den unabhängigen Medien kontrollierten Welt mit Sicherheit ein Fall für Fake News.

Solange die Medien daran festhalten, dass 9/11 einzig und allein eine von 19 Hijackern und Osama bin Laden durchgeführte Operation war und fortfahren die Gesetze der Physik zu leugnen, ebenso wie sie die offensichtliche Lüge des Irak-Krieges so lange wie möglich leugneten, solange sehe ich nicht, wie eine Jagd auf bzw. eine Zensierung von Fake-News Seiten durch von Algorithmen gesteuerte und von den unabhängigen Medien abgesegnete Agenten des Wahrheitsministeriums mehr bringen kann als einen weiteren Schritt hin zum Orwell Staat.

Ob Sie mich nun als Verschwörungstheoretiker, Pseudo-Journalisten oder (Rechts)Populisten bezeichnen wollen, der AFD oder Schlimmerem zuordnen oder wieder nach strategischen Begrifflichkeiten

Wie wäre es mit Post-Theatralisch?

suchen möchten – ich wünsche viel Spaß dabei und freue mich auf eine lebhafte Debatte im Netz. Das fiele dann quasi unter postfaktisch erschlichene Sendezeit.

Warten auf Godot, Folge 1231.

Quellen

  1. www.zeit.de
  2. www.zeit.de
  3. www.zeit.de
  4. www.faz.net
  5. fortune.com
  6. fortune.com

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